Die Papiermaschine der Maschinenfabrik H. Füllner, Warmbrunn, Schlesien...
1854 kaufte Heinrich Füllner aus Breslau einen hölzernen Schuppen in Warmbrunn und richtete darin eine Werkstatt zur Reparatur von
Papiermaschinenanlagen ein, wofür bei den zahlreichen Papierfabriken im Raum Hirschberg großer Bedarf herrschte. Heinrich Füllners ältester Sohn Alwin, der als des Vaters Nachfolger vorgesehen war,
starb bereits 1867. Der zweite Sohn, Eugen (1853 - 1925), der eigentlich hatte Pfarrer
werden wollen, trat daraufhin 1869 in den Betrieb ein, studierte nach seiner Lehrzeit am Technikum in Eckernförde und kam 1877 in die Fabrik zurück. 1884 wurde er Mitinhaber der Firma, und nach dem
Tod seines Vaters am 7. Dezember 1889 war er bis 1920 alleiniger Eigentümer der Firma. Unter Eugen Füllners Leitung begann eine eindrucksvolle Expansion des Betriebs, wobei nicht nur die
Fertigungsstätten erweitert, sondern auch ein Gaswerk zur Beleuchtung des Betriebsgelände und eine Wasserturbine für den mechanischen Betrieb errichtet wurden. Im Jahre 1894 betrug der Jahresumsatz,
bei 150 Mitarbeitern, bereits 1,3 Million Mark. Gebaut – und exportiert in nahezu alle papiererzeugenden Länder der Welt – wurden sämtliche Maschinen und vollständige Einrichtungen für Papier-,
Karton-, Pappe-, Zellstoff- und Holzstoff-Fabriken. Die größten in dieser Zeit von Füllner gebauten Papiermaschinen waren bis zu 100 m lag und bis zu 1.000 Tonnen schwer, hatten ein 5 m breites Sieb
und konnten bis zu 100 Tonnen Papier pro Tag herstellen. 1908 arbeiteten etwa 600 Personen im Werk, und 1913 beschäftigte das Werk rund 800 Personen und hatte einen Jahresumsatz von 6 Million
Mark.
Das Füllnerwerk war zu einem der größten und renommiertesten Papiermaschinen-hersteller der Welt geworden. Seine Maschinen standen in Norwegen, Schweden, Dänemark, Russland (einschließlich Finnland und Polen), Belgien, den Niederlanden, Österreich-Ungarn, Rumänien, Griechenland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Brasilien, Argentinien, Uruguay, Chile, Venezuela, Kanada, Japan und China.
Mit erheblichem Aufwand baute Füllner auch Maschinen zur Beschickung großer Industrieausstellungen wie z. B. der Berliner Gewerbeausstellung 1879, der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung 1897 in Leipzig, der Weltausstellung Paris 1900 und der Weltausstellung Turin 1911.
(Recherche/Auszug aus Wikipedia, 10/2020)
Diese Seite ist ein gemeinschaftliches Projekt. Yannick Musch, Neffe und Dauergast auf den Seiten und Thomas Haas, Onkel und Seitenbetreiber, bearbeiten hier ge- meinsam ein Thema. Gleichberechtigt und auf Augenhöhe, dabei den ganzen Platz nutzend, den der Baukasten für eine Seite zulässt...
"Mit Gunst von wegen´s Handwerk" - mit dem alten Gruß der Papiermacher soll der Artikel beginnen...
Die Erwähnung einer Mühle, an diesem Standort, erfolgt urkundlich bereits 1371.
Als Kaiser Karl IV. mit seinem Sohn Wenzel am 23. März von den Vögten von Gera
die Feste Blankenberg kaufte, wurde unter anderen ausdrücklich die Mühle hervor-gehoben. Hier handelt es sich um die Wassermühle, die auf einer Karte aus dem Jahr 1757 noch eingezeichnet ist, heute aber nicht mehr besteht. Auf der erwähnten Karte findet sich außerdem eine Papiermühle angegeben, die sich ab 1784 im Besitz des Papierhändlers Johann Wolfgang Rahm befand. Diese soll nach noch unbestätigt-en Angaben um 1700 als Mahlmühle und kurz nach 1730 als Papiermühle existiert haben. Um 1787 pachtete der Papiermüller Adam Erdmann Flinsch diese und kurz darauf erwarb dieser die Papiermühle käuflich. Der älteste Sohn war Ferdinand Traugott Flinsch (1792–1849), ein deutscher Unternehmer, Papierfabrikant und Papierhändler. Er war der Begründer der ehemals an verschiedenen Orten Deutsch-lands beheimateten Papierhandelshäuser Flinsch. Bereits 1819 gründete er gemein-sam mit seinem jüngeren Bruder Heinrich das Papierhandelshaus Flinsch in Leipzig. 1821 nahmen die beiden Inhaber noch ihren Bruder Carl August in das Geschäft mit auf. Ferdinand Traugott Flinsch führte 1843 die maschinelle Papierherstellung in Blankenberg ein. Aber auch eine Schriftgießerei wird unter dem Namen Flinsch geführt: Die Dresslersche Gießerei, die 1827 gegründet worden war, wird 1868 zur Schriftgießerei Flinsch umfirmiert. Im Jahre 1867 stellten hier 250 Arbeiter und Angestellte rund 2,5 Millionen Lettern pro Woche her. 1872 wird die erste Komplettgießmaschine in Deutschland installiert. 1916 wird das Unternehmen mit der Bauerschen Gießerei fusioniert. Ein Weltunternehmen ist entstanden. 1972 wurden die Aktivitäten am Stammsitz Frankfurt eingestellt. Seit 1995 hält die Firma Bauer Types SL die noch bestehenden Rechte an zahlreichen Schriften. Zu den bekanntesten Schriften der Bauerschen Gießerei zählen die Bauer Bodoni, Bernhard Antiqua, Folio, Futura, Impressum und Weiß Antiqua.
(Recherchen in Wikipedia, 10/2020)
...auch diesmal ergänzen sich die Bilder, Yannick liefert dabei mehr "Lost Places-Stimmung" mit seinen eher dunkel gehaltenen Motiven ab. Seine Worte sollen hier
als Einführung stehen:
Papier war für mich eigentlich bis vor einigen Jahren keine große Sache. Daheim und in der Hochschule wurde es regelmäßig durch den Drucker gejagt, tiefer
beschäftigt habe ich mich damit nicht.
Als ich dann erstmals ein Fotobuch bestellt hatte, kamen dann doch Fragen auf: matt oder glänzend? Doch lieber schweres Fotopapier?
Ziemlich zum gleichen Zeitpunkt hatte ich mir dann auch noch einen Kunstdruck auf echtem Hahnemühle-Papier angeschafft. Plötzlich war das Thema “Papier“ also sehr präsent. Seitdem hat Thomas dann
nicht nur einiges an Input gegeben, sondern mir auch die ein oder andere Papierprobe mitgegeben, mir einen Blick in die Druckerei ermöglicht, und mir so immer mehr über Papier und den Druck
beigebracht.
Gefehlt hat bisher nur der erste Schritt: die Papierherstellung.
Diese Wissenslücke sollte dann mit unserem jährlichen Ausflug gefüllt werden. Dieses Jahr ging es also in die (verlassene) Papierfabrik in Blankenberg.
Und ab hier lasse ich dann meine Bilder sprechen...
Alle diese Motive wurden von Yannick auf der Foto-Tour in Blankenberg foto-grafiert. Selbstverständlich wurden die Bilder nachbearbeitet, und natürlich gibt es noch viel mehr, vier Stunden sehr intensive Fotografie, da wird die Speicherkarte gefüllt. Die Motive hat Yannick mir übermittelt, ohne meine Bilder zu kennen. Unsere Motive ergänzen sich, andere Ansichten,
andere Details, andere Stimmungen.
Ein Lehrbuch zum Thema Papier,
70 Jahre alt, diente mit zur Einstim-
mung. Den Aufbau der Papiermaschine, alles zum "Stoff" und zum Papier, das kann ich erklären. Aber seine Sicht auf die Dinge, die musste er selbst finden. Eine Begegnung mit der Technik von vor seiner Zeit, an einer Grenze, die er zum Glück nie erlebt hat. Lost Places - ein ungewöhnliches Erlebnis. (ha.)
...und hier nun die Bilder von mir, Thomas. Eher nostalgisch angehaucht, im Rück-blick etwas auf der Suche nach der heilen Welt der Papier- und Druckindustrie. Sofern es die mal gab, ob in Ost oder West. Direkt an der Saale, der ehemaligen Grenze zwischen den deutschen Staaten fand ich die Situation auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung beklemmend.
Diese Seite wurde mit dem Journal 10/2020 am 20.10.2020 veröffentlicht.
Auf der Seite "Druck & Papier" werden noch einige Motive eingestellt, und zu den Papierfabriken Scheufelen Oberlenningen, die unter diesem Namen bis April 2018 produzierte, und der Büttenpapierfabrik Gmund hat sich eine weitere Seite zur Papierfabrik Blankenberg eingefunden!