Balgenkamera
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Ansichtssache...
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Meine Museumsstücke...

Eine kleine Reise durch die Zeit der Fotografie

Ausschnitt PRONTO-Objektiv Ausschnitt PRONTO-Objektiv

Im Lauf der Jahre hat sich bei mir einiges an "alten" Geräten angesammelt. Meine zweite Spiegelreflex, die Cosina CT 3, stand neben diversen Boxen, alten Kleinbild-kameras, Pocketcamera, Minox, Polaroid und verschiedenen Zubehörteilen - und eine Digitalkamera wird auch schon bald im Schrank ihre neue Heimat finden.

Aber wie schön sieht doch das Objektiv am Balgen der ZEISS-Camera aus... 

Viel Spaß bei der Betrachtung meiner Museumsstücke!

 

Einen kleinen Einblick in die Welt der Fotografie habe ich auf der Forum-Seite auf dem Marktplatz eingestellt. Frau Herma Turner, eine Dame mit damals 90 Jahren, hat mir im Januar 2014 dafür Bilder und Geschichten zur Verfügung gestelt. Anfang 2015 ist Frau Turner verstorben. Ihre Erzählungen leben auch hier weiter.

Leonar-Laufboden-Plattenkamera, ca. 1908 Leonar-Laufboden-Plattenkamera, ca. 1908

1893 wird in Hamburg-Uhlenhorst die Firma Dr. Lüttke & Arndt gegründet. Ab 1898 wird Celloidin-Papier produziert: Ein Auskopierpapier mit einer silberchloridhaltigen Kollodiumschicht auf barytiertem Papier oder auf Platten, und folgerichtig werden ab 1900 (-1918) Kameras hergestellt.

Ab 1908 heißt die Firma Leonar-Werke Arndt & Löwengard. In den 1910er Jahren wurden die Leonar-Kameras mit Leonar oder Ibso-Balgen und Leonar Extra Rapid Aplanat oder Leonar Doppel-Anastigmat-Objektiven ausgestattet.

 

Und nun kommt die Kamera ins Spiel: Es ist eine Laufboden-Plattenkamera von Leonar mit einem Periskopischen-Aplanat-Objektiv und dem Verschluss von Bausch und Lomb, Rochester N.Y. Baujahr somit 1908 – 1910, gefertigt in Hamburg-Wandsbek, wohin der Firmensitz 1901 verlegt wurde.

Leonar hat ab diesem Zeitpunkt noch eine wechselhafte Geschichte, einige Jahre davon mit der Feuerbacher J. Hauff & Co. , später als Leonar-Werke AG, dem Krieg und dem Neubeginn. 1964 wird Leonar ein Teil der Agfa-Gevaert-Gruppe, 1976 wird das Werk geschlossen.

Produziert wurden über die vielen Jahre hochwertige Fotopapiere, die in weite Teile der Welt exportiert wurden, und einen sehr guten Ruf genossen haben. In der heutigen Zeit nahezu ein Nischenprodukt z.B. im medizinischen Bereich und noch in größeren Mengen für die Fotolabore, die echtes Fotopapier verarbeiten, bis hin zum Fotobuch.

Die Daten der Kamera:

Das Objektiv: Blende 11, f 140 mm, Naheinstellgrenze 1,5 m,

Periskopischer Aplanat*, Leonar, Hamburg-Wandsbek

Verschluss: B-L ZS, Bausch & Lomb, Rochester, New York

Format: ca. 85 x 115 mm

*Aplanat ist ein von H. A. Steinheil im Jahre 1866 erfundenes photographisches Objektiv, das aus zwei symmetrisch gestellten, periskopisch-konvexen Linien besteht; Vorder- und Hinterlinse sind einander gleich und aus je zwei Teilen verkittet.

 

Die Recherche zu diesem Artikel hat viel Zeit gekostet, denn die einzelnen Quellen sind nicht gerade ergiebig. Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegen-genommen und eingearbeitet!

 

Die Kamera wurde mir von Werner Stimmler für das kleine „Museum“ überlassen. An der Kamera sind Blende und Belichtungszeit einstellbar, der Verschluss funktioniert.

Der Balgen ist (fast) lichtdicht, die Entfernungseinstellung über die Schienen am Laufboden ist möglich.

 

AGFA ISOLA I aus den Jahren 1957 - 1963 AGFA ISOLA I, 1957 - 1963

Die Agfa Kamerawerk AG in München fertigte von 1957 bis 1963 die ISOLA I.

Mit Anschaffungskosten von knapp 40,00 DM (ca. 20,00 EUR) war die Kamera nicht ganz billig. 120er Rollfilme wurden bei dieser Mittelfomatkamera (6 x 6 cm) verwendet, ein Fil ergab 12 Bilder. Die 72,5 mm Meniskuslinse entspricht dabei einer Normalbrennweite. Der Schärfebereich ist von 1,5 m bis unendlich, Blende 11 war vorgegeben, die Belichtungszeit ist 1/30 und B. Der Flohmarktfund aus dem Jahr 2019 bereichert nun das Museum. Der Preis im Internet für Privatverkäufe liegt bei ca. 30,00 EUR (2019)

Rixa 3,5 eine Rarität... Rixa 3,5 von Münch, Ludwigsburg, ca. 1952

Manchmal ist auch das Internet als Informationsquelle überfordert.

Sicher ist aber, dass die Rixa mit dem Rollfilm 6 x 6 cm gefüttert werden musste.

Das Objektiv ist ein Ennar 3,5 mit 75 mm Brennweite, der Verschluss kommt von Prontor. Im Boden fehlt eine Rändelschraube. Recherchen über den Hersteller (Münch, Ludwigsburg) sind noch erforderlich.

Die Rixa war ein ganz spezielles Geburtstagsgeschenk meines Neffen Yannick!

Agfa OPTIMA 200 sensor in Bereitschaftstasche, Modell 1968 Agfa OPTIMA 200 sensor, 1968

Die Agfa OPTIMA 200 sensor ist das Modell von 1968.

Verwendet wurde der Kleinbildfilm 135.

Die Optik: Agfa Color-Apotar 1:2,8, 45 mm

Der Verschluß: Paratic (1/50 - 1/200 sec.)

Aus der kürzesten Verschlußzeit kommt auch die "200" in der Modellbezeichnung.

Hersteller: Agfa Kamerawerk München - "Made in Germany".

Die Kamera hat einen eingebauten Belichtungsmesser und einen Auslöser, der den "verwackelten" Bildern ein Ende bereiten sollte.

 

Bei einem Durschnittseinkommen von 10.842,00 DM (1968) war die Kamera mit einem Neupreis von 190,00 DM schon eine beachtliche Investition. Auf dem Sammlermarkt muss derzeit (2020) mit etwa 50,00 EUR für die OPTIMA 200 sensor mit Bereitschaftstasche und Bedienungsanleitung gerechnet werden.

 

Mein Modell habe ich 2013 vom Neffen Yannick Musch bekommen, der inzwischen als Autor regelmäßig am Journal mitarbeitet.

Mein lieber Yannick, für solche Modelle baue ich gerne mein kleines Museum aus...

Pouva Start, ca. 1952 Eine Pouva...

Was ist denn das? Eine POUVA - nie gehört...

Die Karl Pouva AG produzierte in Freital, damals DDR ab 1952 bis 1972 die "START" Kamera. Etwa 2,0 Mio. Stück in verschiedenen Farben. Bildformat 6 x 6 cm,

Rollfilm, 2 Blendenstufen. Matrial: Bakelit, Neupreis: ca. 16,00 DM,

2012 bei ebay ca. 20,00 EUR zzgl. Versand!

Danke, Yannick, das Schätzchen steht nun im "Museum".

Balgenkamera ZEISS IKON SPORT ZEISS IKON SPORT mit PRONTO-Objektiv

Die ZEISS IKON SPORT mit PRONTO-Objektiv der Alfred Gauthier GmbH, Calmbach

BILORA-BOX, ca. 1935 BILORA-BOX

Die BILORA-BOX, gebaut von Kürbi & Niggeloh, Radevormwald, ab ca. 1935

Rollfilm 6 x 9 cm, Preis: 6,00 RM

Kodak Box 620., ca. 1937 Kodak-Box 620

Kodak-Box 620, Filmformat 6 x 9 cm.

Diese Box wurde 1936 - 1939 in Deutschland von der Firma Dr. August Nagel in Stuttgart-Wangen (Nagel-Werke) für die Kodak AG gebaut.

Mit einem Verkaufspreis von ca. 60,00 RM war die Box sehr hochpreisig angesiedelt.

Boxcamera: Agfa Synchro Agfa SYNCHRO-BOX

Eine meiner Agfa SYNCHRO-BOXEN, Filmformat 6 x 9 cm

Die Agfa Box 600 wurde von 1951- 1957 gebaut.

Der Verkaufspreis war damals 14,00 DM

Rolleiflex SL35 Rolleiflex SL35

Die Rolleiflex SL35 war die Antwort der deutschen Fotoindustrie auf die japanische Übermacht bei der Produktion von Spiegelreflex-Kameras im Kleinbildformat.

Es sollte der letzte Versuch sein. Von 1970 bis 1972 wurde die Kamera in Deutsch-land produziert, 24.500 Exempare sind es wohl gewesen.

Danach ging die Produktion nach Singapur, dort wurden in den Jahren bis 1976 weitere 118.500 Stück produziert. Das Objektiv, 1,8 - 50mm "Planar" von Rollei spricht für das Herstellungsjahr 1975.

Die besonderer Geschichte dieser Kamera, die mir für das Museum überlassen wurde, ist im Journal 09/2020, der Jubiläumsausgabe mit der Nummer 50, veröffentlicht worden.  Die Journal-Ausgabe ist hier verlinkt!

Agfa CLACK, 1953 Agfa CLACK

Der Name ist Programm: Agfa CLACK

Das letzte Modell der Box-Reihe.

Gebaut von 1953 - 1965 in München

Neupreis: 19,50 DM

DACORA digna, ab 1954 DACORA digna

DACORA digna

Dangelmaier Kamerawerk Reutlingen, Gebaut von 1954 - 1959

Rollfim 6 x 6 cm.

Neupreis 19,50 DM

Praktica B 200, mein Museumsmodell PRAKTICA B 200

Spiegelreflexkamera Praktica B200 electronic

Gebaut: 1979 - 1982

Aufnahmeformat: 24 x 36mm

Manueller Fokus

elektronischer Schlitzverschluss mit X-Synchronisation, 1/90s

Schnellste Verschlusszeit: 1/1000s

Pentacon Prakticar

Brennweite: 50mm

Lichtstärke: 1:2,4

Die FED 4 (b) - Neuzugang im Juni 2021 Die FED 4 (b) - Neuzugang im Juni 2021

Die FED-Arbeitskommune ist eine ukrainische Kamerafabrik in Charkiw, die nach Felix Dserschinski (1877 – 1926), dem Gründer des sowjetischen Geheimdienstes Tscheka benannt wurde. Begonnen hatte die FED 1932 mit dem Bau von Leica-Kopien. Meine FED 4 (b) mit Schnellspannhebel, M39 Schraubgewinde, eingebautem Belichtungsmesser und Industar I - Objektiv (Blende 2,8, Brennweite 52 mm), wurde von 1969 - 1972 produziert. In Deutschland wurde das Modell unter der Bezeichnung "Revue 4" von Foto-Quelle vertrieben

Das Journal im Überblick:

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